Kein Vergeben - Kein Vergessen

Vortragsveranstaltung des “Gelsenkirchener Aktionsbündnis gegen Rassismus und Ausgrenzung“ anlässlich des 81. Jahrestag der Novemberpogrome 1938.

Kein Vergeben - Kein Vergessen

Erinnerung an die Zerstörung der Synagoge und die Pogrome vom 9. November 1938 in Gelsenkirchen

Vortragsveranstaltung des “Gelsenkirchener Aktionsbündnis gegen Rassismus und Ausgrenzung“ anlässlich des 81. Jahrestag der Novemberpogrome 1938.

Kein Vergeben!
In den Tagen vom 7. bis zum 13. November 1938 organisierte und lenkte das Naziregime in ganz Deutschland Gewalttaten gegen jüdische Bürger_innen und Einrichtungen.
Um die 800 Menschen wurden dabei getötet. 400 Menschen wurden alleine in der Nacht vom 9. auf den 10. November getötet.
Über 1.400 Synagogen wurden angezündet, Geschäfte, Wohnungen, und Friedhöfe wurden zerstört. Über 30.000 Jüd_innen wurden in Konzentrationslager verschleppt.

Die „Novemberpogrome“ 1938 markierten eine massive Radikalisierung der antijüdischen Politik des NS-Regimes.
Es war der Übergang von der Entrechtung und Diskriminierung seit 1933 zur systematischen Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen, die schließlich im Holocaust, dem Versuch, alle europäischen Jüdinnen und Juden gezielt und umfassend zu vernichten, mündete.

Wie überall im damaligen Deutschen Reich wurden im November 1938 auch in Gelsenkirchen neben der Zerstörung der Synagogen in der Altstadt und in Buer, zahlreiche jüdische Geschäfte und Privatwohnungen verwüstet und geplündert.

Alte Synagoge in Gelsenkirchen
Bildrechte: Institut für Stadtgeschichte

"Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung."
Theodor W. Adorno

Kein Vergessen!
In einem Vortrag wird eine ehemalige Mitarbeiterin des Instituts für Stadtgeschichte (ISG) über die Geschehnisse im November 1938 in Gelsenkirchen berichten.

Im Fokus stehen die Ermittlungen zum Brand in der Synagoge in der Altstadt Gelsenkirchens am 9. November. Sie wird anhand von Zeugenaussagen, Dokumenten und Berichten die Geschehnisse nachzeichnen und über den Versuch einer juristischen Aufarbeitung nach 1945 berichten.

Mit der Veranstaltung möchten wir über die Geschehnisse während der Novemberpogrome in Gelsenkirchen informieren und damit auch die Erinnerung an die schrecklichen Geschehnisse wach halten.

Brennende Synagoge in Gelsenkirchen
Bildrechte: Institut für Stadtgeschichte GE

Die Vergangenheit zu bewältigen heißt, wachsam sein!
Denn auch 81 Jahre nach diesen schrecklichen Ereignissen erlebt Antisemitismus, aber auch Rassismus und Nationalismus, leider immer weiteren Aufwind.
Das zeigte nicht nur der zum Glück gescheiterte Versuch eines Massakers in einer Synagoge in Halle vor wenigen Wochen, sondern auch die immer mehr zunehmenden Anfeindungen gegen jüdische Menschen auf offener Straße und im Alltag.

Auch in Gelsenkirchen kam es in den letzten Jahren immer wieder zu antisemitischen Vorfällen.
Erst vor kurzem wurde das Mahnmal zur Erinnerung an den Holocaust im Stadtgarten mit antisemitischen und rassistischen Parolen besprüht.
Im Juli 2014 und im August 2016 wurden die Scheiben der Neuen Synagoge eingeworfen und im Dezember 2018 wurde die Fassade mit Hakenkreuzen beschmiert.
Jüdische Menschen haben auch heute noch Angst, ihren Glauben offen nach außen zu tragen, auch in Gelsenkirchen.

Wir alle sollten uns fragen, warum in unserer Gesellschaft auch 81 Jahre nach den Novemberpogromen jüdischen Menschen nicht ohne Angst leben können und es immer noch nötig ist, dass jüdische Einrichtungen massiv von der Polizei geschützt werden müssen?

Eine Veranstaltung des “Gelsenkirchener Aktionsbündnis gegen Rassismus und Ausgrenzung“ in Kooperation mit dem “Wohnzimmer GE“ und der Kampagne „Love Schalke Hate Racism“

Eintritt frei / Spende erwünscht